Das VEHICULUM A-Z

Alles was Sie wissen müssen


Überführungskosten

Manch einer freut sich beim Autokauf über den geringen Preis und erschrickt dann, wenn einige hundert Euro für die Überführung seines Autos anfallen. Auch den Pkw selbst im Werk abzuholen, erspart Ihnen diese Kosten nicht unbedingt. Erfahren Sie hier, wofür die Überführungskosten anfallen und wie Sie das Beste aus den Gebühren herausholen.

Was sind Überführungskosten?

Überführungskosten beim Neuwagenkauf

Beim Kauf eines Neuwagens fallen normalerweise Überführungskosten an. Autohändler erheben diese Gebühren meist zusätzlich zum Verkaufspreis des Autos. Mit Zahlung der Überführungskosten kommt der Käufer für die Kosten auf, die während der Überführung für den Händler entstehen. Es war lange gängige Praxis, die Überführungskosten in der Werbung nicht anzugeben. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 7.7.2016 besagt aber, dass das ebenso unzulässig ist, wie die Höhe der Gebühren nicht auszuweisen. Der Verkaufspreis muss alle unvermeidbaren und unvorhergesehenen Kosten enthalten, dazu gehören auch die für die Überführung. Ausnahmen von dieser Regel gibt es nur in zwei Fällen: Wenn der Kunde sich zwischen der Lieferung an den Händler und der Selbstabholung entscheiden kann oder wenn die Höhe der Gebühren im Voraus nicht angegeben werden kann, weil sie von Fall zu Fall verschieden ist.

Überführungskosten beim Leasing

Da beim Leasing in der Regel mit Neuwagen gehandelt wird, fallen auch hier Überführungskosten an. Diese können in die monatliche Rate einkalkuliert werden oder als einmalige Kosten anfallen.

Was Sie über Überführungskosten wissen sollten

Was beinhalten die Überführungskosten?

Die Überführungskosten beinhalten die Logistik und den Transport, um den Pkw vom Hersteller zum Autohändler zu befördern. Während des Transports benötigt das Auto eine Versicherung gegen etwaige Schäden. Auch diese Kosten sind in den Überführungskosten enthalten. Der Wagen wird vor der Übergabe meist von außen und innen gereinigt und abschließend inspiziert. Diese Leistungen werden ebenfalls in die Kosten für die Überführung einkalkuliert. Viele Autohändler nutzen die Überführungskosten außerdem, um die geringen Margen etwas auszugleichen. Hier ist Vorsicht vor sehr hohen Kosten geboten. Sie können versuchen, die Höhe zu verhandeln, da diese in der Regel nicht festgeschrieben ist. Wenn der Händler die Kosten nicht mindern möchte, können Sie sich stattdessen vielleicht zusätzliche Leistungen inkludieren lassen. Ein Satz Fußmatten und ein voller Tank bei der Abholung sind hierfür eine Option.

Wann fallen Überführungskosten an?

Überführungskosten fallen bei praktisch jedem Neuwagenkauf an. Auch beim Leasing eines Neuwagens oder dem Kauf von Ausstellungswagen oder Jahreswagen werden die Gebühren meist berechnet. Grund hierfür sind die häufig geringen Margen, die damit ausgeglichen werden sollen. Aber auch wenn der Autoverkäufer für die Fahrzeuge in Vorkasse gegangen ist, sichert er sich somit einen größeren Gewinn.

Wie hoch sind Überführungskosten?

Die Höhe der Kosten für die Überführung liegt ganz im Ermessen des Autohändlers und ist nicht gesetzlich geregelt. Deshalb ist es ratsam, den Händler vor Abschluss des Vertrages nach den Gesamtkosten zu fragen, um am Ende nicht unangenehm überrascht zu werden. Die Kosten schwanken zwischen 400 und über 1.000€. Ein Test des ADAC zeigt, dass die Gebühren für die Überführung oft sehr hoch und willkürlich sind: Bei Audi kostet der Transport von in Deutschland gefertigten Wagen genauso viel wie der von im Ausland produzierten. Bei VW kostet die Überführung aus dem Ausland durchaus 100€ mehr. Auch bei der Werksabholung erheben die meisten Hersteller Gebühren. Bei VW kostet die Abholung im Werk zwischen 100€ und 400€, bei Audi zwischen 440€ und 620€. Bei BMW ist die Werksabholung nur in München für einen Preis von 515€ möglich. Einzig bei Mercedes ist die Abholung ab Werk kostenlos und beinhaltet außerdem eine Werksführung.

Muss ich Überführungskosten zahlen?

Ja, die Überführungskosten müssen Sie zahlen. Sie sind fester Bestandteil des Vertrages zwischen Autohändler und Käufer. Wenn das Fahrzeug im Werk abgeholt wird, statt zum Autohändler geliefert zu werden, können Sie in manchen Fällen die Kosten senken oder sogar vermeiden. Meistens fallen aber dennoch Überführungsgebühren für Reinigung und Inspektion an.

Gehören die Überführungskosten zum Bruttolistenpreis?

Nein, die Überführungskosten sind nicht im Bruttolistenpreis enthalten. Während die Mehrwertsteuer Teil des Bruttolistenpreises ist, werden die Überführungskosten extra aufgeführt. Die Begründung dafür ist, dass sie nicht zu den eigentlichen Kosten für den Erwerb des Kfz gehören.